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Aktuelles 2018 und 2019


           Aktuelles aus dem Jahr 2017  
                 Aktuelles aus dem Jahr 2016  
                  Aktuelles aus dem Jahr 2015  
  Übersicht:              Aktuelles vor dem Jahr 2015  
 
  Neuauflage: Die Wittekindsburg. Frühe Burgen in Westfalen Band 11
01-07-2019 Katalog für das Manuskript Schmerlecke in Bearbeitung
30--07-2019 Auswertung der am besten untersuchten Großsteingräber Westfalens
18-06-2019 Flötenklänge in der Margarethenkapelle Konzert mit Hochschulmusikern
16-05-2019 Tango in der Margarethenkapelle
06-05-2019 Mitgliederversammlung im Archäologischen Freilichtmuseum Oerlinghausen
03-05-2019 Zum Konzert des Duos ‚Gustduo‘ am 12. Mai 2019 auf dem Wittekindsberg
01-01-2019 Publikation von zwei Galeriegräbern der Jungsteinzeit
06-10-2018 Besuch des neuen Werburg-Museums in Spenge am 6. Oktober 2018, 15.00 Uhr
30-09-2018 Ein weiterer Baustein im Landwehrpuzzle
23-09-2018 Gemeinsame Exkursion des FAN und der GeFAO nach Ostwestfalen/Lippe
5-09-2018 Reizvolles Konzert in der Kapelle
1-07-2018 Neues Kooperationsprojekt zur Landwehrforschung
26-06-2018 Verträumter Nachmittag mit viel Musik auf dem Wittekindsberg
24-06-2018 Mitgliederversammlung 2018 im Schloss Neuhaus, Residenzsaal
19-05-2018 Neuer Band der Gesellschaft zur Förderung der Archäologie in Ostwestfalen
15-05-2018 Duo con Spirito in der Margarethenkapelle
3-05-2018 Klassik und Jazz in der Margarethenkapelle
 1-05-2018 7. Tagung Römer in Nordwestdeutschland
29-04-2018   Bereits im 5. Jahr - Musik mit jungen Künstlern auf dem Wittekindsberg
23-02-2018   „Ich Mann. Du Frau. Feste Rollen seit Urzeiten?“
     



         
         
  Neuauflage: Die Wittekindsburg. Frühe Burgen in Westfalen 11

Wer die Menschenmenge meiden möchte, die sich seit Eröffnung des neuen Informations- und Gastronomiezentrums am Kaiser-Wilhelm-Denkmal konzentriert, dem sei eine Wanderung auf den Kamm des Wittekindsbergs empfohlen. Hinter dem Denkmal geht es nach oben. Nach etwa 45 Minuten erreicht man nicht nur die historische Gaststätte „Berghotel Wittekindsburg“, sondern auch das gleichnamige Kulturdenkmal, Reste einer ausgedehnten eisenzeitlichen Burganlage. Wälle und das sogenannte Häverstädter Tor sind sichtbare Geschichtsspuren, die beweisen, dass man schon vor über 2.300 Jahren die Lage oberhalb der Weser zu schätzen wusste und dass es Gründe gab, hier eine Befestigung zu errichten.

Viele kennen die Sage von der Begegnung Widukinds und Karls des Großen hier oben auf dem Berg; dafür ließen sich aber bei mehreren archäologischen Forschungskampagnen kein Belege finden. Erst im 9./10. Jh. wurde die Befestigung wieder genutzt und weiter ausgebaut. Im Jahr 993 wird von einer frommen Klausnerin namens Thetwif berichtet, die hier mit einigen weiteren Nonnen lebte. Mit den Grundrissen der Kreuzkirche, die heute unter einem von der GeFAO e.V. errichteten gläsernen Schutzbau zu sehen sind, wird eine außergewöhnliche sakrale Architektur dieser Zeit sichtbar. Gräber im Inneren von einer erwachsenen Frau und vier Kindern geben den Archäologen Rätsel auf. Handelt es sich bei der Frau um Thetwif? In welcher Beziehung stehen die Kinder etwas zu dieser Frau?

Rolf Plöger, Mitglied der Altertumskommission für Westfalen, die sich seit über 100 Jahren der Erforschung westfälischer Burgen widmet, hat die erneute Überarbeitung des Heftes zur Wittekindsburg übernommen, Altgrabungen ausgewertet und diese um den neuesten Forschungsergebnissen erweitert. Die Kapitel über die geografische Lage der Burg, die Beschreibung der Wälle, besonderer archäologische Befunde z. B. zur Kreuzkirche und archäologische Rekonstruktionen machen das Heft zu einem informativen Begleiter für den Besucher der Wittekindsburg. Es gibt viele Geheimnisse auf dem Wittekindsberg und viele Spuren aus der bewegten Geschichte zu entdecken.

Rolf Plöger, Die Wittekindsburg an der Porta Westfalica, Kreis Minden-Lübbecke. Frühe Burgen in Westfalen, Heft 11, 3. Auflage, 36 Seiten, 27 Abbildungen, ISSN 0939-4745
UVP 3,50 € zzgl. Porto und Verpackungspauschale
Bezug: Altertumskommission für Westfalen, An den Speichern 7, 48157 Münster; Telefon: 0251/591-8990


Bestellung:
https://www.altertumskommission.de/de/kontakt/

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Das Titelbild zeigt in einem Luftbild (1996) die Fundamente der sog. Kreuzkirche. Die Grabungen der LWL-Archäologie für Westfalen wurden –  teilweise mit finanzieller Unterstützung der GeFAO e.V.  – in den Jahren 1996 und 1997 durchgeführt. In den folgenden Jahren 2000‒2009 hat die GeFAO e.V. darüber einen gläsernen Schutzbau errichtet.
Foto:
© LWL-Archäologie für Westfalen/S. Brentführer
 


         
  1. Juli 2019

Katalog für das Manuskript Schmerlecke in Bearbeitung

Das Forschungsprojekt zu den Galeriegräbern von Erwitte-Schmerlecke (K. Schierhold) hat eine große Menge und Bandbreite archäologischer Daten produziert, die in einem Gesamtkatalog vorgelegt werden sollen. Für die abschließende redaktionelle Bearbeitung insbesondere des umfangreichen Fundkatalogs ist nun Melanie Barwe M.A. von der GeFAO für drei Monate eingestellt worden. Sie ist bereits seit vier Jahren mit dem Schmerlecke-Projekt vertraut und war in dieser Zeit maßgeblich für die Archivierung der Funde in die Fachdatenbank Adiuvabit verantwortlich. Ihre Aufgabe wird es sein, die etwa 9000 vorliegenden Datensätze zu bereinigen und in eine bearbeitbare Vorlage für die geplante Veröffentlichung in der Reihe „Bodenaltertümer in Westfalen“ zu bringen.







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© Melanie Barwe.
 
   
  30.Juni 2019

Umfangreiche Auswertung der am besten untersuchten Großsteingräber Westfalens


Dank der GeFAO und der Förderung des Landes NRW war es möglich, in der ersten Jahreshälfte 2019 das Manuskript zur Auswertung der beiden Galeriegräber von Erwitte-Schmerlecke, Kr. Soest, weitgehend abzuschließen. Die Architektur und Konstruktionstechnik der beiden nur wenige 100 m voneinander entfernt liegenden Gräber der späten Jungsteinzeit werden detailliert beschrieben und zusammenfassend gegenübergestellt. Für Grab II konnte auf Basis der ausgegrabenen Befunde eine digitale Rekonstruktion erstellt werden, die einen Eindruck vom Inneren der Grabkammer vermittelt (siehe Abbildung).
Diskutiert wird in einem zweiten Schritt das Inventar beider Gräber, das auf den ersten Blick gut vergleichbar mit dem Spektrum anderer Galeriegrabinventare erscheint, aber doch in vielen Aspekten hervorsticht. So erbrachten die Grabungen die mit Abstand meisten und qualitativ hochwertigsten Kupferfunde, dem ältesten Metall Westfalens. Es handelt sich vor allem um große Schmuck-Spiralrollen, Röhrchen und Blechstreifen, deren Rohmaterial aus dem nordostalpinen und dem Karpaten-Raum stammt. Darüber hinaus liegt die bei Weitem höchste Anzahl von gelochten Tierzahnanhängern vor, die je aus Galeriegräbern dokumentiert wurden; es sind insgesamt mehrere tausend. Ihre tierartliche Bestimmung durch Dr. Christian Meyer verrät eine große Bandbreite an Jagdtieren von Marder über Wildkatze, Dachs und Fuchs bis hin zu Rothirsch und Bär, doch bestehen über 80% der Anhänger aus Eckzähnen von Hunden. In dieser Menge vorher nie dokumentiert, fanden sich auch mehrere hundert Feuerschlagsteine, die vermutlich ehemals als komplette Feuerzeugsets ihrem Besitzer mit ins Grab gefolgt waren. Ein Fund mit Seltenheitswert ist auch die rillenverzierte Doppelaxt vom Hannoverschen Typ, die als reine Zeremonialaxt der Trichterbecherkultur enge Kontakte zu dieser Gruppe bezeugt. In diesem Zusammenhang darf auch eine doppelaxtförmige Bernsteinperle gesehen werden, die ihren Ursprung in Norddeutschland hat.
Neben den beiden Gräbern wird auch deren unmittelbare und weitere Umgebung diachron in den Blick genommen. So konnten die Arbeiten im nahen Umfeld nicht nur eine bisher unbekannte bandkeramische Siedlung mit Erdwerk, sondern auch ein mehrperiodiges Gräberfeld vom Endneolithikum bis zur Eisenzeit zutage fördern. Darüber hinaus wurden zwei michelsbergzeitliche Grabenwerke, darunter ein bisher unbekanntes, mittels Geomagnetik und Sondagen untersucht. Im Umkreis der weiteren Megalithgräber der Soester Gruppe wurde mit Hilfe verschiedener Prospektionsmethoden nach unbekannten Gräbern und potenziellen Siedlungsarealen gesucht. Die geophysikalischen und archäologischen Begehungen haben ein neues Siedlungsareal im Bereich des Megalithgrabes von Soest-Hiddingsen sowie Hinweise auf den mutmaßlichen Standort des zerstörten Grabes von Anröchte-Uelde erbracht, in dessen Umgebung wohl auch ein bisher unbekanntes metallzeitliches Gräberfeld angelegt war.
Der Beitrag von Dr. Susan Klingner und Prof. Dr. Dr. Michael Schultz (Universitätsmedizin Göttingen, Institut für Anatomie) behandelt die in den Gräbern gefundenen menschlichen Skelettreste. Hier werden der aktuelle Stand zu den anthropologisch-paläopathologischen Untersuchungen vorgestellt und schlaglichtartig Einblicke in das Leben vor 5.500 Jahren gewährt. Weitere Berichte zu geologischen Analysen des Baumaterials hinsichtlich Herkunft und Transportwegen (Dr. Martin Hiß; Dr. Bettina Dölling, Geologischer Dienst NRW), bodenkundlichen Untersuchungen (Dr. Hans-Joachim Betzer, Geologischer Dienst NRW) archäometrischen Analysen von Silex, hier Gebrauchsspuren (Dr. Alfred Pawlik, Universität Manila, Philippinen) und Keramik, hier Machart und Tonlagerstätten (Dr. Katrin Struckmeyer, Niedersächsisches Institut für Historische Küstenforschung) sowie Pollenanalysen zur Rekonstruktion der Vegetation (Dr. Reinhard Stritzke, Geologischer Dienst NRW) ergänzen und bereichern das Manuskript.
Ein Katalog der Befunde und Funde der im Projekt durchgeführten Grabungen und Sondagen mit anschließendem Tafelteil beschließt die Vorlage der Forschungsergebnisse. Hier sind noch einige redaktionelle Arbeiten durch Frau Melianie Barwe M.A. abzuschließen, bevor das Manuskript in die bewährten Hände der LWL-Redaktion gegeben wird.

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Grab II. Digitale Rekonstruktion vom Inneren der Grabkammer.
©
A. Herud, Hochschule Bochum, Labor für Photogrammetrie.



Grab II. Durchlochte Tierzähne. © Jürgen Vogel, LVR


 
   
  18. Juni 2019

Flötenklänge in der Margarethenkapelle Konzert mit Hochschulmusikern auf dem Wittekindsberg. Von Wolfgang Krems .


Porta Westfalica-Barkhausen (wk). Wieder einmal wurde die Margarethenkapelle auf dem Wittekindsberg dank der „Gesellschaft zur Förderung der Archäologie in Ostwestfalen“ aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt. Zwei junge talentierte Musiker der Hochschule für Musik in Detmold gastierten am Sonntagm it einem ungewöhnlichen und hörenswerten Programm. Hörenswert, weil beide ihr Instrument, die Querflöte, virtuos beherrschen und – basierend auf dieser Voraussetzung – musikalisch gut harmonierten. Ungewöhnlich war die andere Kombination, nämlich Stimme(Bariton)und Querflöte. Dazu hatte Stefan Andelkovic existierende Bearbeitungen von Opernarien Mozarts für zwei Querflöten noch einmal für diese ungewöhnliche Kombination angepasst. Die Interpretation war auf Genuss angelegt; gelegentlich wäre bei Telemanns Sonaten für zwei Flöten eine prägnantere Herausarbeitung der typisch barocken Stilmittel (beispielsweise Synkopen) wünschenswert gewesen, und auch Phrasenenden waren nicht immer ausmusiziert. Andererseits waren beide eines zauberhaften Pianos mächtig; diese leisen Töne sauber auf einer Querflöte zu intonieren ist schwierig. Ihre solistischen Fähigkeiten konnte Angela Andolschek bei Telemanns Fantasien für Flöte solo noch deutlicher unter Beweis stellen. Gesanglich gestaltete Linien, geschmackvoll modulierte Tongebung und herausgearbeitete Kontraste ließen kaum Wünsche offen. Lediglich die latente Zweistimmigkeit hätte deutlicher herausgearbeitet werden können. Von J.S. Bach kamen Ausschnitte aus seiner berühmten h-Moll-Suite als Duette zu Gehör: Die Polonaise war adäquat tänzerisch angelegt, die Badinerie virtuos effektvoll interpretiert. Die Arienbearbeitungen (Mozarts „Don Giovanni“ und „Die Zauberflöte“) stellen eine Repertoirebereicherung dar. Die berühmten Arien des Titelhelden sowie Leporellos „Register“-Arie wurden klangschön und angemessen zurückhaltend in der szenischen Darstellung gesungen. Wegen der Beschränkung auf die – höchst anspruchsvolle –Flötenbegleitung war hier Mozarts musikalischer Witz besonders deutlich hörbar. Stefan Andelkovics Stimme ist – bis auf einige Spitzentöne – gut geführt und eher lyrisch als heldenhaft. Der metallische Glanz, der die eigentliche Faszination bei einem Sänger ausmacht, ist ebenfalls vorhanden. Schade war im zweiten Programmteil, dass er sich beiden bekannten Papageno-Arien (eigentlich sind es ja Lieder) mehrfach mit den Einsätzen vertat – teilweise ausgewetzt durch die Wiederholung von „Ein Mädchen oder Weibchen“ als Zugabe. In diesen Buffo-Stücken, aber auch in Figaros Arie „Non più andrai“ hätte der Fokus allerdings weniger auf dem Wohlklang und mehr auf dem Inhalt liegen können. Mozarts berühmte Klaviersonate KV 331 eignet sich hervorragend für eine Bearbeitung für zwei Melodieinstrumente. Die beiden ausgewählten Sätze (Andante und „Türkischer Marsch“) sind melodiegeprägt. Bewundernswert hier wieder die quasi selbstverständliche Virtuosität, mit der z.B. die Arpeggien der „linken“ Hand flink auf der Flöte umgesetzt wurden. Eigentlich wäre das ein gutes Ende gewesen, aber die thematische Klammer „Telemann“ sollte wohl geschlossen werden mit der Sonate D Dur. Das war kein Verlust, aber nahm dem Gesamtkonzept etwas den Schwung. Zwei Zugaben mit bereits gehörten Stücken rundeten das stimmungsvolle Konzert in der Margarethenkapelle ab.

Copyright © Mindener Tageblatt 2019 • Nr. 139,18. Juni 2019

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Stefan Andelkovic und Angela Andolschek begeisterten an der Querflöte. Foto: Wolfgang Krems  (©  Wolfgang Krems).
 
         
   
  16. Mai 2019

Tango in der Margarethenkapelle


Porta Westfalica-Barkhausen (VK). Die Gesellschaft zur Förderung der Archäologie Ostwestfalen kümmert sich um das kulturelle Leben rund um die Wittekindsburg. In der Margarethenkapelle aus dem frühen 13. Jahrhundert startete eine kleine Konzertreihe in die Saison.

Das erste von drei Konzerten im spätromanischen Sandsteinbau mit seiner speziellen Akustik bestritt das „Gustduo“– das sind Verena Böckenhoff an der Geige und Beatrice Holzer-Graf am Cello. Sie lernten sich bei den Stuttgarter Philharmonikern kennen, beschlossen aber bald, ein Duo zu gründen. Verena Böckenhoff wird im nächsten Semester an der Detmolder Hochschule für Musik ihre Master-Abschlussprüfung spielen.

Unter dem Motto „Kommt mit, wir tanzen durch die Welt“ entführten die beiden sympathischen Musikerinnen die zahlreich erschienenen Konzertfreunde unter anderem nach Brasilien und Ungarn. Den Reigen eröffnete die Passacaglia von Georg Friedrich Händel in der Bearbeitung von Johan Halvorsen. Das „Duo in D-Dur“ von Joseph Haydn erklärten die beiden Streicherinnen und wiesen darauf hin, dass einige Haydn zugesprochene Stücke eventuell gar nicht von ihm seien.

Moderner ging es bei den kleinen Tango-Sequenzen zu: Astor Piazollas „Adios Nonino“ und „El Mundo de los dos“ brachten die Zuhörer über den Pazifik. Nach einer Pause in herrlicher Natur stand die Sonata op. 5,12 „La Follia“ von Arcangelo Corelli auf dem Programm. Schon fast experimentell mutete das Duo op. 7 des Ungarn Zoltan Kodaly, eines Freundes von Bela Bartok, an. Kodaly hat Versatzstücke aus ungarischen Volksliedern variiert, verfremdet und neu zusammengesetzt. Auch diese anspruchsvolle Hürde meisterte das Gustduo mit großer Präzision und Spielfreude.

Die beiden nächsten Konzerte finden am 16. Juni und am 1. September mit Studierenden der Musikhochschule Detmold und der Hochschule für Kirchenmusik Herford-Witten statt.

Volker Knickmeyer am 16.05.2019
Copyright © Mindener Tageblatt 2019

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Verena Böckenhoff (Geige) und Beatrice Holzer-Graf (Cello) bilden das „Gustduo“. Foto: Volker Knickmeyer (© Knickmeyer).
 
         
   
  5. Mai 2019

Mitgliederversammlung 2019 im Archäologischen Freilichtmuseum Oerlinghausen

Herrn Karl Banghard verdanken wir die Einladung in sein Archäologisches Freilichtmuseum. Dafür und für die damit verbundenen organisatorischen Umstände sind wir sehr dankbar. Eigentlich sollte die Mitgliederversammlung im Hallenhaus vom Typ Warendorf des Archäologischen FreiIichtmuseums stattfinden. Doch in der Nacht zuvor hatte uns ein unerwartet eingebrochener Kältesturz einen Strich durch die Rechnung gemacht. Da unter freiem Himmel die gefühlte Kälte eine Nuance milder erschien, entschlossen wir uns spontan zur ersten open-Air-Mitgliederversammlung der GeFAO. Umgeben von Decken und warmer Kleidung, vom heißen Kaffee bzw. Tee innerlich aufgewärmt, nahm die Mitgliederversammlung verständlicherweise einen zügigen Verlauf. Sie endete bereits deutlich vor dem mittäglichen Angelusläuten.

Es standen Wahlen an. Der Vorstand wurde ohne Veränderungen für weitere zwei Jahre wiedergewählt. Großer Dank ist Herrn Manfred Landau zu zollen. Nach 12 Jahren legte er sein Amt als Kassenprüfer in jüngere Hände. Frau Dr. Bettina Tremmel übernahm das vakante Amt. Der wissenschaftliche Beirat wurde bestätigt. Die einzelnen Ämter sind auf unserer Webseite aufgelistet. Eine Satzungsänderung stand diesmal nicht an. Zur Finanzsituation der GeFAO e. V. stellte der Schatzmeister Dr. Thomas Janßens lapidar fest, "dass die GeFAO jederzeit ihren finanziellen Aufgaben gerecht werden kann." Der Mitgliederbestand ist mit 118 Mitglieder konstant. Der übliche demographische Mitgliederschwund wurde durch den Eintritt neuer Mitglieder ausgeglichen.

Danach folgte der Programmpunkt Living History: Marcus Resch, Geologe und Limes-Cicerone verkörperte einen römischen Militärarzt. Das Wissen um die Versorgung von Verletzten infolge kriegerischer Auseinandersetzungen entwickelte sich im römischen Heer erst im Laufe der Zeit. Der medicus Markus Resch berichtete sehr anschaulich über die damaligen Behandlungsmethoden sowie über die Art der medizinischen Instrumente und deren Anwendung.

Im Anschluss daran führte uns Karl Banghard durch sein Archäologisches Freilichtmuseum Oerlinghausen [ https://www.afm-oerlinghausen.de ]. Vorbei am bronzezeitlichen Wohnstallhaus, an zurückgezüchteten mittelalterlichen Weideschweinen und an der rekonstruierten Pfostenschlitzmauer vom Tönsberg zog schließlich die Gesellschaft zum wohlig gewärmten Kastanienkrug und ließ es sich dort gut ergehen.

Abschließend fuhr man in die Oerlinghausener Senne zum Haus Neuland, nicht nur wegen einer kurzen Kaffeepaus dortselbst. Unser eigentliches Interesse galt dem 2007 von einem Hobbyforscher über die Auswertung von Airborne Laserscanning-Aufnahmen entdeckten Römerlager Bielefeld-Sennestadt. Frau Dr. Bettina Tremmel, die amtliche Ausgräberin, führte uns zu einem aktuellen Grabungsschnitt, der über Wall und Graben angelegt worden war. Nach den Airborne Laserscans handelte es sich um polygonales Lager mit zumindest zwei sog. Clavicula-Toren. Datierendes Fundmaterial fehlt bislang. Die Ausgräberin denkt an eine Errichtung als römisches Marschlager, entstanden am ehesten um die Zeitenwende bis 16 n. Chr. Eine anschließende Begehung des Lagerareals und ein Abstecher in das idyllische Tal des Menkhauser Baches beendete die Mitgliederversammlung 2019.

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Gruppenfoto der anwesenden Mitglieder. Foto: © GeFAO, Heinz Dieter Zutz 2019

Manfred Landau verliest letzmalig den Bericht der beiden Kassenprüfer.
Foto: © GeFAO, Johann-Sebastian Kühlborn 2019

Medicus Markus Resch in Aktion. Foto: © GeFAO, Gerhard Steinborn 2019

Am Grabungsschnitt im Römerlager Bielefeld-Sennestadt. - Foto: © GeFAO, Johann-Sebastian Kühlborn 2019
 
         
   
  3. Mai 2019

Zum Konzert  des Duos ‚Gustduo‘ am 12. Mai 2019 auf dem Wittekindsberg

Komm mit, wir tanzen durch die Welt!  Mit Häppchen aus aller Welt lädt das GustDuo Sie auf verschiedene Tänze ein. Freuen Sie sich auf einen Nachmittag voll bunter Variationen quer durch die Musikgeschichte, durch welche Sie von den Musikerinnen geführen werden.

Die Wege der Geigerin Verena Böckenhoff und der Cellistin Beatrice Holzer-Graf kreuzten sich
erstmals im Herbst 2016 in Stuttgart. In tiefgründigen Gesprächen sinnierten sie über ihre
gemeinsame Leidenschaft zur Kammermusik und beschlossen prompt ein Duo zu gründen - es
entstand das Gustduo. Seither haben sich die beiden Musikerinnen ein buntes Programm quer durch die Jahrhunderte erschlossen.

Voller Elan und Ideenreichtum spielten die beiden bereits Konzerte in Stuttgart, Wien, Mailand und
Heidenheim und sind immer dabei den Horizont zu erweitern. Dazu zählt auch, dass sie Anfang
2019 zusammen mit der Pianistin Laura Pitz ein Klaviertrio gegründet haben. Dies ermöglicht es den Musikerinnen ein noch breiteres Repertoire zu ergründen, wobei der Fokus in diesem Jahr auf den großen romantischen Werken der Musikgeschichte liegt.

Verena erhielt ihre Geigenausbildung bei Prof. Eckhard Fischer an der Hochschule für Musik
Detmold, wo sie im nächsten Semester ihre Masterabschlussprüfung spielen wird. Weitere wichtige Anregungen erhielt sie in Meisterkursen bei Prof. Igor Ozim, Prof. Sebastian Schmidt und Prof. Sophia Jaffé. Seit der Spielzeit 2016/2017 ist sie bei den Stuttgarter Philharmonikern.

Beatrice Weg ging von Salzburg (Prof. Enrico Bronzi und Prof. Heidi Litschauer) über Rostock
(Prof. Julian Steckel) zum Masterstudium nach Stuttgart (Prof. Conradin Brotbek und Prof.
Jonathan Pesek), wo sie auch ihre Liebe zum Barockcello entdeckte. Mittlerweile hat es Beatrice
nach Köln verschlagen, wo sie die freie Szene - vor allem die der Alten Musik - aufwirbelt.
                                                                      Text: Verena Böckenhoff und Beatrice Holzer-Graf

Nähere Hinweise zu diesem und den nächsten Konzerten finden Sie unter der Rubrik Termine http://gefao.de/termine.html

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Foto: © Gustduo
 
   
  1. Januar 2019

Publikation von zwei Galeriegräbern der Jungsteinzeit

In den Jahren 2009 bis 2013 wurden in Erwitte-Schmerlecke, Kr. Soest, zwei Galeriegräber der Jungsteinzeit ausgegraben. Die Grabungen selbst und die begleitenden Untersuchungen des aus beiden Gräbern geborgenen Skelettmaterials von annähernd 800 Individuen sowie der Tierknochen wurden durch Mittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert, die abschließenden Auswertungen hingegen nicht in vollem Umfang.

Um das Publikationsvorhaben zum Abschluss zu bringen, hat die GeFAO einen entsprechnenden Antrag zum Denkmalsförderungsprogramm 2019 des Landes Nordrhein-Westfalen eingereicht. Dieses Projekt wurde positiv beschieden. Daher kann die GeFAO − in fachlicher Kooperation mit der Altertumskommission für Westfalen −  die noch ausstehende Verschriftlichung zum publikationsreifen Manuskript finanzieren. Von Januar bis Ende Juni 2019 wird die Archäologin Dr. Kerstin Schierhold, die das Projekt koordiniert und in der Vergangenheit die Auswertungen bereits weit vorangetrieben hat, diese Aufgabe übernehmen. Die Forschungsergebnisse zu den derzeit europaweit am besten erforschten Megalithgräbern aus Schmerlecke sind nicht nur für die westfälische Region relevant, sondern strahlen auch auf die europäische Megalithforschung aus. Einige kürzere Vorberichte liegen bereits in internationalen Tagungsbänden vor. Die außergewöhnlich gute Erhaltung ermöglicht zudem neue Erkenntnisse und überregionale Vergleiche vor allem hinsichtlich der in den Kollektivgräbern bestatteten Individuen.

Die abschließende Publikation dieser Ergebnisse bedeutet eine wichtige Ergänzung des an der Altertumskommission für Westfalen angesiedelten Projekts zur Megalithik in Westfalen.


Kurzinfo zur Megalithforschung in Westfalen:  
https://www.altertumskommission.de/de/forschung/megalithik/

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Dr. Kerstin Schierhold. Foto:
© Ulrike Steinkrüger
 
   
  6. Oktober 2018

Besuch des Werburg-Museums in Spenge am 6. Oktober 2018, 15.00 Uhr

Herr Dr. Werner Best, Gründungsmitglied der GeFAO e.V., bietet den Mitgliedern der GeFAO eine Führung durch das neue Werburg-Museums in Spenge an. Die Führung dauert  ca. 1 Stunde. Anschließend können die Teilnehmer noch in der Cafeteria selbst gebackenen Kuchen genießen.

In der 550 Jahre alten Werburg in Spenge eröffnete 2016 das Werburg-Museum. Die Konzeption der Ausstellung erschließt Kindern wie Erwachsenen das Leben auf einem Gut des westfälischen Kleinadels in der Renaissance und des Barock. Archäologische Funde, die ausschließlich bei Grabungen in der Burg entdeckt wurden, bilden die Grundlage der Ausstellung. Kinder können in einer nachgestellten Grabung „Archäologe für einen Tag“ werden. Erwachsene erfahren, warum Trinkspiele mit einem Passglas am Tisch begannen und in der Regel unter dem Tisch endeten. Dies und viele weitere Aspekte des adeligen und bäuerlichen Lebens erzählen die präsentierten Funde, die die LWL-Archäologie für Westfalen als Dauerleihgabe zur Verfügung stellte. Ein Besuch des Werburg-Museums und des Museumscafes lohnt sich immer. 

Der Eintritt in das Museum beträgt bei einer Gruppe (ab 15 Personen) EUR 3,00, ansonsten EUR 4,00.

Webseite des Werburg-Museums: http://werburg-museum-spenge.de/

Anmeldung zu dieser Veranstaltung bis zum 3. Oktober 2018 erforderlich unter info@gefao.de

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Beide Fotos: © Werburg-Museums in Spenge.
 
   
  30. September 2018

Ein weiterer Baustein im Landwehrpuzzle

Stück für Stück werden die Forschungen zu den westfälischen Landwehren von der Altertumskommission für Westfalen zusammengetragen und ergänzt. Das erste ostwestfälische Teilprojekt in Zusammenarbeit mit der GeFAO wurde nun erfolgreich abgeschlossen.


Von Juli bis Ende September befasste sich die Archäologin Birte Reepen M.A. mit der systematischen Erfassung von Landwehrresten in Minden-Lübbecke, Bielefeld und Gütersloh. Dabei wurden Informationen zu bekannten Bodendenkmälern und bisherige Forschungs-ergebnisse erstmals umfassend in einer Datenbank und einer westfalenweiten Kartierung zusammengetragen. Diese Informationen dienten als Grundlage um gezielt nach weiter-gehenden Hinweisen auf Landwehren zu forschen. Die Sammlung konnte so um zahlreiche Kartenausschnitte und Literaturquellen ergänzt werden in denen z.B. (Flur-)Namen und besondere Siganturen auf den ehemaligen Verlauf von Landwehren hinweisen. Die Kartierung enthält nun neben den Flurnamen auch die (ehemaligen) Standorte von Warttürmen und die Lokalisierung von Landwehrdurchlässen, die häufig durch Schlagbäume gekennzeichnet waren. Außerdem wurden die bekannten und rekonstruierten Verläufe der Befestigungs-anlagen der Landwehren eingetragen. Neben den genannten Hilfmitteln halfen auch Luftbilder und Digitale Geländemodelle bei der Rekonstruierung weiterer Teilstücke.


Soweit wie möglich wurden die Teilstücke zu Funktionseinheiten zusammengefasst, sodass Stück für Stück die Gliederung der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Kulturlandschaft erschlossen werden kann. Im Bearbeitungsgebiet finden sich besonders häufig Hinweise auf die befestigten Grenzen zwischen verschiedenen Herrschaftsbereichen (z.B. von Ravensberg und Rheda). Neben Stadtlandwehren (z.B. Bielefeld) gibt es aber auch zahlreiche kürzere Wallanlagen, die als Wegesperren etwa den Verkehr kontrollierten. Solche Wegesperren finden sich hier häufig entlang des Teutoburger Waldes, wo sie bedeutende (Fern-)Straßen überwachten.


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Ausschnitt aus der Kartierung mit verschiedenen Hinweisen auf Landwehrreste (Quelle: © Altertumskommission für Westfalen/B. Reepen)
 


  23. September 2018

Gemeinsame Exkursion des FAN und der GeFAO nach Ostwestfalen/Lippe

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  5. September 2018

Reizvolles Konzert in der Kapelle


Porta Westfalica-Barkhausen (hil).Der Ort für dieses Konzert hätte nicht besser gewählt sein können. Mitten im Wald, im historischen Gemäuer der Margarethenkapelle hinter der Wittekindsburg, findet mit dem dritten Konzert der Reihe „Musik mit jungen Künstlern“ statt. Passend, weil die die musikalische Ausrichtung der Veranstaltung sich im übertragenen Sinn mit der Natur beschäftigte.

„Waldszenen und Gärten von Freuden und Traurigkeit – Farben des Impressionismus“ lautet der Programmtitel. Die Komponisten des Impressionismus haben drei Instrumente aus unterschiedlichen Gruppen klanglich reizvoll zusammengefügt. Flöte, Bratsche und Harfe bilden diese ungewöhnliche Besetzung, gespielt von drei Studentinnen der Musikhochschule Detmold: Tekla Varga aus Budapest, Verena Weber aus Memmingen und Louise Augoyard aus Frankreich. Sie intonieren Stücke von Claude Debussy, Sofia Asgatowna Gubaidulina, Mel Bonis und Ladislas de Rohozinski.

Diese Komponistinnen und Komponisten haben die Werke des Impressionismus eigenwillig interpretiert. Claude Debussy gilt dabei als Bindeglied zwischen Romantik und Moderne. Seine Sonate für Flöte, Harfe und Bratsche ist subtil und die darauf sensibel abgestimmten Klangwelten faszinieren.

So auch in der Margarethenkapelle, wo Tekla Varga an der Flöte gemeinsam mit Verena Weber auf der Bratsche einen Klangteppich erarbeitet, der sich mal kräftig, dann wieder mit hauchdünnen Nuancen im gesamten Raum der Kapelle ausbreitet und eine fast sakrale Stimmung aufkommen lässt – unterstützt durch das ebenso feingliedrigen Harfenspiel von Louise Augoyard. Was die drei jungen Musikerinnen auf ihren Instrumenten leisten, ist ein Hochgenuss für die Ohren und sensibilisiert alle Sinne.

Von Claude Debussy wird das Tempo di Minuetto gespielt und im Finale das „Allegro moderato – ma risoluto“. Faszinierend auch die Werke von Mel Bonis, der Künstlername von der französischen Komponistin Mélanie Hélène Bonis. „Invocation“ oder „Pour Artemis“ sind Werke, die von der Spätromantik bis hin zu Einflüssen des Impressionismus geprägt wurden. Hierbei setzen Tekla Varga, Verena Weber und Louise Augoyard ihre Instrumente vollkommen anders ein. Manchmal kommt eine beinahe zen-artige Klangstruktur dabei heraus.

Die Studentinnen präsentieren eine erstklassige musikalische Leistung, die das Publikum mit dem gebührenden Applaus honoriert. Es ist mittlerweile das fünfte Jahr, dass in den Sommermonaten Konzerte mit jungen Künstlern auf dem Wittekindsberg stattfinden. Die Gesellschaft zur Förderung der Archäologie in Ostwestfalen initiierte in Kooperation mit der Musikhochschule Detmold und der Hochschule für Kirchenmusik Herford die „Konzertreihe Wittekindsberg“. Eine Reihe, die wohl auch in den kommenden Jahren aktuell bleiben wird. Das jüngste Konzert verdeutlicht, mit welch hoher Qualität und Ernsthaftigkeit junge Künstler ihrem Anspruch an großartige Musik gerecht werden.

Michael Hiller am 05.09.2018
Copyright © Mindener Tageblatt 2018

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Flöte, Bratsche und Harfe repräsentieren drei unterschiedliche Instrumentalgruppen. Sie gehen beim Konzert eine spannende und überaus hörenswerte Verbindung ein. Foto: Michael Hiller (© Hiller)
 
         
   
  1. Juli 2018

Neues Kooperationsprojekt zur Landwehrforschung


Im Jahr 2016 begann die Altertumskommission für Westfalen mit der systematischen Aufarbeitung der bisherigen Landwehrforschungen in Westfalen. Bisher wurden die Kreise Borken, Steinfurt und Coesfeld von Deborah Zarnke M.A. bearbeitet.

Nun fördert die Gesellschaft zur Förderung der Archäologie in Ostwestfalen in Kooperation mit der Altertumskommission die Bearbeitung der ostwestfälischen Landwehren. Von Juli bis Ende September wird die Archäologin Birte Reepen M.A. sich den Wall-Grabensystemen, Schlagbäumen, Warttürmen, aber auch geologisch bedingten Sperren in den Kreisen Minden-Lübbecke, Bielefeld und Gütersloh widmen.

Im Rahmen des Projektes soll der in weiten Teilen zuletzt bei der Schnellinventarisation in den 1980er-Jahren erfasste Bestand an erhaltenen Landwehren aufgearbeitet werden. Zur Überprüfung werden sowohl historische Methoden wie die Flurnamenforschung und die Durchsicht von Altkarten als auch moderne Methoden wie Luftbildarchäologie und die Auswertung digitaler Geländemodelle herangezogen. Diese systematische, überregionale Herangehensweise wurde bereits erfolgreich im nordwestlichen Landesteil angewandt, wo Vermutungen korrigiert und neue Landwehrabschnitte ergänzt werden konnten.

Die Aufnahme erfolgt in einer Google Earth Pro Kartierung, die es in Zukunft ermöglichen soll weitere Forschungsschwerpunkte mit den Ergebnissen der Landwehrforschung zu verknüpfen. Dazu zählen z.B. Stadtbefestigungen, Wegenetze oder Siedlungskammern.

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Ein Abschnitt der ravensbergisch-lippischen Landwehr in einer Karte von 1784 © Stadt Bielefeld, Amt für Geoinformation und Kataster (CC BY 4.0).
 
         
       
  26. Juni 2018

Verträumter Nachmittag mit viel Musik auf dem Wittekindsberg


Porta Westfalica-Barkhausen (lbg) Für König Friedrich Wilhelm IV. wurde im Sommer 1842 eigens eine Schneise in den Buchenwald geschlagen. So konnte Seine Majestät die Margarethenkapelle gut erreichen, wo er in dem frisch renovierten Kirchenbau an einer Feierstunde teilnahm. Zu Fuß hatte er sich aufgemacht, den Wittekindsberg zu besteigen, angesichts des kolportierten Sonnenscheins an diesem Augusttag ein durchaus vergnügliches Unterfangen.

Heute ist der Fußweg hinauf zur Wittekindsburg, Kapelle und Kreuzkirche eher eine Option für sportlich Ambitionierte. Die Veranstalter der Konzertreihe richten kurzerhand einen eigenen Shuttle-Verkehr ein. Und so finden dem grassierenden WM-Fieber zum Trotz gut 50 Besucher den Weg hinauf zur etwas versteckt gelegenen Margarethenkapelle. Die unklaren Zufahrts- und Parkmöglichkeiten hier oben findet Hans-Helmut Preusse von der veranstaltenden „Gesellschaft zur Förderung der Archäologie in Ostwestfalen“ (GeFAO) ziemlich chaotisch. Als Königsweg empfiehlt sich da ein schöner Sonntagsspaziergang.

Die kleine Kapelle stammt aus dem 13. Jahrhundert. Den schlichten Innenraum mit kleinem Altar, großem Holzkreuz und bunten Glasfenstern haben die Veranstalter mit Sonnenblumen und Lavendel geschmückt, Kerzenlicht bietet ein festliches Ambiente.

Bis zu 70 Besuchern haben hier Platz, die Akustik mit dem starken Hall ist eine Herausforderung. Die fünf Musiker vom Jazzensemble der Hochschule für Kirchenmusik Herford-Witten sind froh, dass die Bänke gut besetzt sind. Das dämmt den Halleffekt, der intime Kirchenraum bietet ein eindringliches Klangerlebnis. „Ich swing mit Dir mit Herz und Mund“ betiteln die Musiker ihr Programm. Dazu zählen einige Jazz-Klassiker von Miles Davis und Richard Rogers, aber auch Kirchenlieder zum Mitsingen. „Wir machen mal ein bisschen Jazz“, lautet das Motto des Quintetts, das den Spaß am gemeinsamen Musizieren an diesem Sonntag äußerst entspannt rüberbringt.

Es ist das zweite Konzert in der kleinen Veranstaltungsreihe, die der Verein hier oben auf die Beine stellt. Die Margarethenkapelle im sommerlichen Wiehengebirgswald bietet eine eigentümliche und faszinierende Ausstrahlung. Es ist das Zusammenspiel von Livemusik, meditativem Kirchenraum, Naturerlebnis und archäologischen Fundstücken, das den Ausflug hierher so spannend macht. Positive Effekte erhofft sich die GeFAO vom neuen Besucherzentrum am Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Doch bis dahin gibt es noch viel zu tun: Angefangen von den Parkplatzangeboten samt Shuttlebus über die Auszeichnung der Wanderwege bis hin zu einer koordinierten Darstellung sämtlicher Angebote auf dem Höhenzug.

Es macht den Charme der Margarethenkapelle aus, dass sich dieses Kleinod ein wenig wegduckt im Walde. Mit einem Ambiente wie gemacht für einen verträumten Sonntagnachmittag, der ein wenig aus der Zeit fällt.

„Summertime – and the Living is easy“, so beschließt das Jazzensemble sein Programm. Die nächste Gelegenheit für ein außergewöhnliches Konzerterlebnis bietet sich am Sonntag, 2. September ab 15 Uhr. Der improvisierte Shuttle-Verkehr den Berg hinauf dürfte bis dahin durch ein öffentliches Angebot geregelt sein.

Andreas Laubig am 19.06.2018
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  24. Juni 2018

Mitgliederversammlung mit Vortragsprogramm 2018

Am 24. Juni fand unsere diesjährige Mitgliederversammlung in Schloss Neuhaus statt.

Das gut besuchte Vortragsprogramm am Nachmittag behandelte Ergebnisse der Paderborner Stadtarchäologie. Zunächst referierte Sven Spiong über Kelleruntersuchungen an Beispielen der Paderborner Altstadt. Dabei konnte anhand von Beispielen gezeigt werden, dass das im 2. Weltkrieg fast vollständig zerstörte mittelalterliche Stadtbild von Paderborn noch anhand vieler Spuren im Boden der Altstadt nachvollziehbar ist. Außer Fundamenten, Gruben, Brunnen und Latrinen sind es häufig Keller, die unser Bild aus der Frühzeit Paderborns neu beleben. In seltenen Fällen haben sich aber auch ganze Räume in jüngeren Bauwerken erhalten. Der Vortrag zeigte Paderborner Beispiele aus dem 11. Jahrhundert, bei denen sich ganze Kellerräume aus den Mittelalter unter jüngeren Häusern erhalten haben.

Der zweite Vortrag von Eva Manz handelte von der grundlegenden Umformung, die Paderborn im 12. und 13. Jahrhundert erfuhr. Diese äußerte sich in zahlreichen städtebauliche Entwicklungen und infrastrukturellen Maßnahmen. Aus der bestehenden Bischofsstadt des 11. Jahrhunderts mit unterschiedlichen grundherrschaftlichen Bezügen entstand damals eine ‚neue‘ Stadt, umgeben von einer Befestigung. Der Vortrag stellte Ergebnisse der archäologischen Ausgrabungen bis zum Jahr 2016 vor, die diesen Wandel beleuchten.

Nach einer kurzen Einführung in die Archäologie von Schloss und Burg in Neuhaus führte Andreas Neuwöhner durch die neue Ausstellung zur Schlossgeschichte.

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Der derzeitige Vorstand der GeFAO e.V.: Dr. Sven Spiong, Robert Gündchen M.A., Dr. Michael Zelle, Dr. Johann-Sebastian Kühlborn, Dr. Thomas Janssens (v.l.n.r.) - Foto: © Heinz-Dieter Zutz.
 
         
   
  19./20. Mai 2018

Neuer Band der Gesellschaft zur Förderung der Archäologie in Ostwestfalen berichtet über Forschungsergebnisse und aktuelle Ausgrabungen und Funde

Von Andreas Götte

Paderborn. Die Paderborner Kleppergasse ist eine sogenannte „mehrperiodische Siedlung“ von der Eisenzeit bis zum Hochmittelalter. Generell hatte es damals wegen der Nähe zum Paderquellgebiet in Paderborn eine ungewöhnlich dichte Besiedlung gegeben. In der ehemaligen Wüstung Balhorn westlich von Paderborn lässt über die Hälfte der rund 25.000 gefundenen Tierknochen Rückschlüsse auf die damals lebenden Haussäuger zu. Und Scharmede bei Salzkotten ist deutlich älter als gedacht. Diese und weitere Forschungsergebnisse und aktuelle Ausgrabungen und Funde aus Ostwestfalen-Lippe stellt der neueste und bisher umfassendste Band der Reihe „Archäologie in Ostwestfalen“
der Gesellschaft zur Förderung der Archäologie in Ostwestfalen (GEFAO) vor, der gestern im Paderborner Stadtmuseum präsentiert wurde und156 Seiten umfasst. „Unser Ziel ist es, einem breiten archäologisch interessierten Publikum allgemeinverständlich, aber wissenschaftlich fundiert, Ergebnisse aus der Zeit der Jäger und Sammler bis hin zum Hochmittelalter vorzustellen“, sagt Archäologe und einer der Autoren, Jürgen Pape.

Schwerpunkt des Bandes ist Paderborn. Weitere Themen sind unter anderem die römische Militärpräsenz an der Lippe, die Falkenburg bei Detmold, Schwertfunde in Porta Westfalica und das neue Kinder- und Familienmuseum Spenge. Aufgelockert wird der Band mit vielen ansprechenden Fotos. Anhand von ausgewählten Beispielen gehen die Autoren in die Tiefe und haben ihre Beiträge entsprechend ihres wissenschaftlichen Anspruchs auch mit Fußnoten versehen. Das neue Werk ist zum Preis von 14,80 Euro im Buchhandel bestellbar und zudem in vielenMuseen in der Region erhältlich. In Paderborn gibt es den 13. Band im Stadtmuseum und in der Kaiserpfalz. Die Auflage beträgt 750 Stück. „Wir haben den Band komplett aus Eigenmitteln finanziert“, sagt GEFAO-Vorstandsmitglied Robert Gündchen.

Für das Paderborner Stadtmuseum ist die Archäologie enorm wichtig. „Ein großer Teil unserer gezeigten Objekte ist archäologischen Ursprungs“, sagt Museumsleiter Andreas Neuwöhner. Schwerpunkt sei der Kötterhagen.

Für die Paderborner Stadtarchäologin Sveva Gai „gibt es fast bei jeder Ausgrabung überraschende Ergebnisse“. Mittlerweile sei klar, dass nicht nur Paderborn, sondern der gesamte Paderborner Raum weit vor Kaiser Karl dem Großen, eine Kulturlandschaft war. Dazwischen liegen rund 1.000 Jahre. Laut Gai war eine Siedlung im nassen Paderquellgebiet wegen der erhöhten Uferwälle aus trockenem Kiesrücken möglich gewesen. Sogar völkerwanderungszeitliche Befunde seien entdeckt worden, so Gai. Die gebürtige Römerin hat sich im neuesten Band mit der Glasausstattung der Falkenburg, einem Adelssitz aus dem 17. Jahrhundert bei Detmold, beschäftigt.

Die GEFAO besteht nach Angaben von Robert Gündchen seit über 20 Jahren und unterstützt in erster Linie Archäologen mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung von Ausgrabungsprojekten. Zurzeit besteht der Verein aus 120 Mitgliedern. Weitere sind willkommen.

Der nächste Band in der Reihe „Archäologie in Ostwestfalen“ ist in Planung.

Copyright © Neue Westfälische 2018

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(v. l.) Archäologe und Autor Jürgen Pape, Stadtarchäologin Sveva Gai und Robert Gündchen (Vorstandsmitglied Gesellschaft zur Förderung der Archäologie in Ostwestfalen) präsentieren den neuen Band. Copyright © Neue Westfälische 2018
 
         
       

15. Mai 2018


 

 

Duo con Spirito in der Margarethenkapelle

Porta Westfalica-Barkhausen (wk). Sportlich musste sein, wer am Sonntagnachmittag das vorzügliche Duo con Spirito in der Margarethenkapelle hören wollte. Aufgrund von Veranstaltungen an der Wittekindsburg gab es keine Parkmöglichkeit in der Nähe. Viele wichen zum Parkplatz am Denkmal aus. Der Weg von dort ist recht anspruchsvoll und wäre bei schlechtem Wetter kaum für das doch oft etwas reifere Konzertpublikum zu bewältigen.

Wer es rechtzeitig schaffte, wurde durch ein künstlerisch höchst ansprechendes Konzert entschädigt. Polychronis Karamatidis (Flöte) und Matei Rusu (Gitarre), die ihre Instrumente souverän beherrschten, führten Werke von John Dowland, J.S. Bach, Luigi Legnani, Erik Satie, Paul Merganger und Mario Castelnuovo-Tedesco auf.

Auffallend in der Mehrheit der Kompositionen war das ausgewogene Verhältnis zwischen den Instrumenten. Abgesehen von imitatorischen Abschnitten wechselte die Melodieführung zwischen Flöte und Gitarre, wobei erstere natürlich nicht mit Akkorden, jedoch mit begleitenden Umspielungen aufwarten konnte.

Die drei letztgenannten Komponisten gehören bereits dem 20. Jahrhundert an, aber die ausgewählten Stücke wirkten gemäßigt modern. Stellenweise war bei der Flöte Flatterzunge zu hören, bei Satie waren es Anklänge orientalischen Tonvorrats, aber selbst bei „Montagnes“, das laut einleitender Worte der abstrakten Musik zuzuordnen ist, konnte der unvoreingenommene Hörer die Weiten der Berggipfel erahnen. In der abschließenden Sonatina op. 205 endlich wurde auch die beliebte Siciliana der „alten“ Musik wiedererweckt – zwar mit moderneren Klängen, zum Ausgleich aber auch melodiös, periodisch, sequenzierend: anspruchsvollste Unterhaltungsmusik.

Bereits mit den ersten Tönen nahm das Duo gefangen: große Linien; wo es sein musste auch große (musikalische) Geste, mühelose Virtuosität, unbedingtes Eingehen aufeinander und herrlich „natürliches“ (wenn es denn immer so natürlich wäre!) Ausmusizieren, wo es angebracht war. Daher mehr als berechtigter, langer Applaus, der mit zwei stilistisch sehr unterschiedlichen Zugaben belohnt wurde. Beeindruckend, wie im letzten Stück aus musikalischem Nichts ein Kleinod gestaltet wurde.

Kleiner Tipp am Rande: Das Kauderwelsch des Programmtextes sollte von einem Kenner der deutschen Sprache gegengelesen werden.

Wolfgang Krems am 15.05.2018
Copyright © Mindener Tageblatt 2018

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Den Musikern gelang es, Flöte und Gitarre perfekt aufeinander abzustimmen.
Foto: Wolfgang Krems (© W. Krems)
 
         
       
  3. Mai 2018      
 


Klassik und Jazz in der Margarethenkapelle

Minden (mt). Die Besucher sind fasziniert von der mittelalterlichen Margarethenkapelle, die Musiker von der guten Akustik. Das sind zwei gute Gründe für die Gesellschaft zur Förderung der Archäologie in Ostwestfalen (GeFAO), ihre kleine, aber feine Konzertreihe in dem kleinen Gotteshaus auf dem Wittekindsberg fortzusetzen, sagen die Vorstandsmitglieder Jürgen Schünemann und Hans-Helmut Preusse. Bereits im fünften Jahr organisieren sie wieder zusammen mit der Musikhochschule Detmold und der Hochschule für Kirchenmusik in Herford drei Konzerte.

Zum Start tritt am Sonntag, 13. Mai, um 15 Uhr das griechisch-rumänische "Duo con Spirito". Der Flötist Polychronis Karamatidis und der Gitarrist Matei Rusu werden sich mit Werken von John Dowland, Johann Sebastian Bach, Eric Satie bis zu Mario Castelnuovo Tedesco vom 16. Jahrhundert bis in das 20. Jahrhundert vorarbeiten.

Eine neue Klangfarbe und einen neu gestalteten Ort bietet das zweite Konzert am 17. Juni. Das Jazz-Ensemble der Hochschule für Kirchenmusik beginnt um 15 Uhr wie gewohnt in der Margarethenkapelle. Werke von Thelonious Monk, Richard Rogers und Miles Davis wechselt mit sakralen Kompositionen. In der Pause soll das Publikum in den nur wenige Meter entfernten Saal der Wittekindsburg gehen, wo ebenfalls Jazz-Standards und Kirchenlieder interpretiert werden. "Ich s(w)inge dir mit Herz und Mund" hat Pual F. Knizewski das Programm betitelt.

Ein Trio mit Flöte, Viola und Harfe beschließt am 2. September die kleine Reihe in der Margarethenkapelle. Tekla Varga (Flöte), Verena Weber (Viola) und Louise Augoyard (Harfe) spielen Werke von Claude Debussy, Sofia Asgatowna Gubaidulina, Mel Bonis und Ladislas de Rohozinski.

Neben dem Musikgenuss will die Gesellschaft zur Förderung der Archäologie mit ihrer kleinen Reihe die Aufmerksamkeit der Besucher auf die historischen Relikte im Wittekindsberg lenken. Das sind neben der Kapelle die Grundmauern der Kreuzkirche aus dem zehnten Jahrhundert und die auf vorchristliche Zeit zurückgehende Wallburg, die ebenfalls Wittekindsburg genannt wird und in deren Nähe im 19. Jahrhundert das gleichnamige Ausflugslokal entstand. Mit der Eröffnung des sanierten Kaiser-Wilhelm-Denkmals erhofft sich die Gesellschaft mehr Aufmerksamkeit für die von ihr betreuten Bauten, denn darauf wird im neuen Infozentrum hingewiesen. Leider habe sich der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Eigentümer des Kaiser-Denkmals, nicht dazu entschließen können, einen Masterplan für den gesamten Wittekindsberg aufzustellen, bedauert Schünemann. Immerhin habe die Altertumskommission für eine frische Beschilderung gesorgt.

Für die Konzertbesucher werde die frisch errichtete Schranke an der Auffahrt zur Wittekindsburg geöffnet, berichtet Jürgen Schünemann. Bürgermeister Bernd Hedtmann sei wieder Schirmherr der Reihe und das Land NRW habe das Projekt mit einem Zuschuss gefördert.

Karten für die Konzerte sind ab sofort in der Buchhandlung Otto erhältlich, Besucher aller drei Konzerte erhalten einen Rabatt.

Ursula Koch am 03.05.2018
Copyright © Mindener Tageblatt 2018

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Der Flötist Polychronis Karamatidis und der Gitarrist Matei Rusu eröffnen als Duo con Spirito die kleine Reihe der Konzerte in der Margarethenkapelle. - © Foto: pr  
 
         
   
  1. Mai 2018

7. Tagung Römer in Nordwestdeutschland

Römer in Nordwestdeutschland – Alte Gewissheiten - Neue Perspektiven

27.-28. April 2018 im Lippischen Landesmuseum Detmold

Am 27. und 28. April 2018 veranstaltete das Lippische Landesmuseum in Detmold gemeinsam mit der Gesellschaft zur Förderung der Archäologie in Ostwestfalen e. V., dem Freundeskreis für Archäologie in Niedersachsen e. V. sowie mit der Ludwig-Maximilian-Universität München die Tagung „Römer in Nordwestdeutschland 2018. Alte Gewissheiten – Neue Perspektiven“. Zu diesem Anlass kamen etwa 30 Archäologinnen und Archäologen zusammen, darunter der Landesarchäologe von Niedersachsen, um aktuelle Forschungsergebnisse zur Präsenz der Römer in den Jahrzehnten um Christi Geburt im rechtsrheinischen Germanien sowie zeitgenössische einheimische Kulturen zu diskutieren. Dabei wurden auch neue Forschungen in Kalkriese thematisiert.

Mit dieser Tagung wurde eine Reihe von Veranstaltungen fortgesetzt, die seit den frühen 2000er Jahren alle zwei Jahre an wechselnden Orten stattfinden. Das Lippische Landesmuseum und die Stadt Detmold erwiesen sich durch die konzentrierte und angenehme Arbeitsatmosphäre wieder einmal als ein idealer Standort für wissenschaftliche Kolloquien.

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Die Tagungsteilnehmer. Foto: © Lippisches Landesmuseum
 
         
   

29. April 2018


 


Bereits im 5. Jahr - Musik mit jungen Künstlern in historischen Mauern auf dem Wittekindsberg

Auch in diesem Jahr findet die „Konzertreihe Wittekindsberg - Musik mit jungen Künstlern“ statt. 2014 initiierte die GESELLSCHAFT ZUR FÖRDERUNG DER ARCHÄOLOGIE IN OSTWESTFALEN (GeFAO) in Kooperation mit den Musikhochschulen Detmold und Herford-Witten die „KONZERTREIHE WITTEKINDSBERG“, um vor allem jungen Musikern die Möglichkeit zu bieten, in den historischen Gebäuden auf dem Wittekindsberg aufzutreten zu können, um sich künstlerisch in dieser besonderen Atmosphäre der Öffentlichkeit vorzustellen.
Die Konzerte finden in der wegen ihrer Akustik für Musikveranstaltungen oft gelobten Margarethenkapelle statt. Studierende der Musikhochschule Detmold und der Hochschule für Kirchenmusik Herford-Witten werden dort mit insgesamt 3 Konzerten auftreten:

Sonntag, 13. Mai 2018, 15.00 Uhr
Duo con Spirito - Flöte und Gitarre: Polychronis Karamatidis (Flöte) und Matei Rusu (Gitarre) spielen Werke von John Dowland, Johann Sebastian Bach, Luigi Legnani, Erik Satie, Paul Merganger und Mario Castelnuovo-Tedesco.
Sonntag, 17. Juni 2018, 15.00 Uhr
Jazz-Ensemble der Hochschule für Kirchenmusik Herford-Witten unter der Leitung von Paul F. Knizewski:
„Ich s(w)inge Dir mit Herz und Mund“: Wandelkonzert in der Margarethenkapelle und im Saal der Wittekindsburg.
Sonntag. 02. September, 15.00 Uhr
Trio Flöte - Viola - Harfe: Tekla Varga (Flöte),Verena Weber (Viola) und Louise Augoyard (Harfe) spielen Werke von Claude Debussy, Sofia Asgatowna Gubaidulina, Mel Bonis und Ladislas de Rohozinski.

Die GeFAO möchte mit diesen Veranstaltungen auf dem Wittekindsberg die Bevölkerung in der Region auch auf die historisch wertvollen Sehenswürdigkeiten im Areal der Wittekindsburg aufmerksam machen – die „Kreuzkirche Wittekindsberg“ (10. Jh.) im gläsernen Schutzbau und die spätromanische „Margarethenkapelle“ (frühes 13. Jh.) – im ebenfalls sehenswerten über 2.000 Jahre alten historischen Areal der „Wittekindsburg“ (Wallanlage 3./2. Jh.v.Chr. und 9. Jh.n.Chr.). Alles liegt mitten in erholsamer Natur (FFH-Gebiet) mit beeindruckender Aussicht aufs Wesertal und in unmittelbarer Nähe der Städte Bad Oeynhausen, Lübbecke, Porta Westfalica und Minden.

Karten für die Veranstaltungen gibt es im Vorverkauf in der Buchhandlung Otto in Minden am Dom oder direkt an der Kasse der Kapelle.

Pressemitteilung der GeFAO e.V.

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Grafik: © GeFAO e.V., Gunda Schünemann
 
 
 

23. Februar 2018


 


Mindener Museum zeigt noch bis zum 1. Mai Wanderausstellung zu Geschlechterrollen seit der Urzeit

Das Mindener Museum präsentiert vom 27. Januar bis zum 1. Mai die Wanderausstellung „Ich Mann. Du Frau. Feste Rollen seit Urzeiten?“ des Archäologischen Museums Colombischlössle Freiburg.
Die Präsentation packt erstmals das aktuelle und kontroverse Thema der Geschlechterrollen an. Sie widmet sich der Leitfrage, ob es in der Urgeschichte tatsächlich festgelegte Aufgaben für Männer und Frauen gab oder ob diese Perspektive nicht dem patriarchalen Blick der Archäologie geschuldet ist. Inwiefern haben die Verhältnisse in der Urgeschichte, aber gerade auch in der Wissenschaft Auswirkungen auf unser heutiges Verständnis von weiblichen und männlichen Verhaltensmustern? Eine Frage, auf die die Ausstellung Antworten gibt. Zwei partizipative Installationen, welche den Einstieg und den Abschluss der Präsentation bilden, laden zudem zum aktiven Mitmachen ein. Die Ausstellung wird um zahlreiche archäologische Überreste aus der Region ergänzt, die zeigen, dass sich auch in unserem Raum das überkommene Verständnis eines klassischen Rollenverständnis von Frau und Mann nachweisen lässt. Als Ergebnis des Ausstellungsprojektes entstand in Kooperation mit der Universität Basel ein informatives Begleitbuch mit Beiträgen führender Vertreter*innen der Geschlechterforschung, das im Museumsshop zum Preis von 19,80 € erhältlich ist. Führungen für Gruppen durch die Ausstellung sind nach Absprache möglich. Am Do, 5.4., 17 Uhr und So, 15.4., 14 Uhr finden öffentliche Führungen statt. Nähere Informationen gibt es auch unter www.mindenermuseum.de

Mindener Museum, Di.-So. 12-18 Uhr; Sonderöffnungszeiten für Gruppen.

Weitere Infos unter www.mindenermuseum.de oder 0571 / 9724020 oder museum@minden.de


Rezension zum Begleitbuch der Ausstellung „Ich Mann. Du Frau. Feste Rollen seit Urzeiten?“:
 
http://www.hdfg.de/archiv/rezensionen/Rezension_Ich_Mann-du_Frau_Feste_Rollen_seit_Urzeiten.pdf


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© Mindener Museum